Wein und Mond
Die Verbindung zwischen Mond und Wein ist uralt, und es gibt sogar mehr als eine wissenschaftliche Studie, die die Richtigkeit dieser These bei bestimmten Rebsorten und Reifungsprozessen belegt, bei denen Anbaumethoden, Verarbeitung, Rebschnitt, Abfüllung oder Flaschenabfüllung und Reifung mit den Mondphasen in Einklang gebracht werden. An dieser Stelle stellt sich eine einzige Frage, nämlich: Was ist dran am Einfluss des Mondes auf den Wein?
Wie funktioniert diese Anbaumethode?
In der italienischen Kultur lässt sich bereits erkennen, wie wichtig die Gunst der Sterne, mit denen Gottheiten in Verbindung gebracht wurden, für die Landwirtschaft war. So war beispielsweise der Herbst durch die Aussaat des Weizens geprägt, die streng genommen in den heißesten Stunden des Tages erfolgen musste, damit die Sonnenstrahlen den schlafenden Weizen dann den ganzen Winter über erwärmten. Bei Linsen und Kichererbsen hingegen wartete man auf den Frühling und säte sie am frühen Morgen aus. Es ist also nicht verwunderlich, dass auch bei der Weinherstellung diese „Struktur“ des Anbaus zum Tragen kommt. Wenn der Mond schließlich die Gezeiten, das Wachstum von Pflanzen und Haaren und sogar bestimmte schwere Flüssigkeiten in Pflanzen beeinflusst, warum sollte er dann nicht auch die Trauben beeinflussen? Für sie gibt es einen regelrechten Kalender, nämlich:
- Bei zunehmendem Mond steigt der Saft in die Zweige und Trauben hinauf – eine hervorragende Zeit, um die Rebe zu düngen und zu versorgen
- Bei abnehmendem Mond konzentriert sich die Energie in den Wurzeln, daher ist dies ideal zum Beschneiden
- Der Vollmond begünstigt „energetischere“ Aktivitäten in der Pflanze, wie zum Beispiel die Fruchtbildung, und genau dann benötigt sie Wasser
- Der Neumond ist eine Ruhephase und daher perfekt geeignet, um die Wurzeln zu belüften, indem man den Boden rund um den Mutterweinberg auflockert
Dies ist eine ideale landwirtschaftliche Bewirtschaftung, um eine gute Traubenqualität zu erzielen, und basiert auf den Mondphasen, die die Schlüsselmomente der Weinproduktion bestimmen.
Weinlese und Mondphasen: Was sagen die Winzer?
Die Ansicht, dass der Einfluss des Mondes auf den Wein verschiedene Vorteile mit sich bringt, lässt sich nach Ansicht einiger Winzer anhand von drei Hauptfaktoren belegen: der Ertragsfülle der Trauben, dem Geschmack sowie der Abfüllung oder dem Zapfen.
Nehmen wir zum Beispiel die Ertragsfülle der Trauben. In den toskanischen Gebieten zwischen Chianti und Siena zieht man es vor, sich beim Düngen, Beschneiden und Pflegen der Weinberge nach dem Mondkalender zu richten. Dies ermöglicht eine hohe Weinproduktion, doch Vorsicht: Diese Informationen sind wissenschaftlich nicht belegbar, sondern stammen von den lokalen Erzeugern.
Viele Winzer nehmen weder eine eindeutig positive noch eine negative Haltung ein. Einige orientieren sich an den Mondphasen als praktischer Leitfaden, andere als kulturelle Tradition, die über die Zeit weitergegeben wurde.
In einigen biodynamischen Weingütern ist der Mondkalender nach wie vor ein täglicher Bezugspunkt. In anderen wird er eher als organisatorisches Instrument zur Aufteilung der Arbeit genutzt; es ist also offensichtlich, dass viele Menschen davon überzeugt sind, dass der Mond den Wein tatsächlich beeinflusst.
Einer der am meisten diskutierten Aspekte ist sicherlich die Weinlese in den Mondphasen. Das Ernten der Trauben zu bestimmten Zeitpunkten des Mondzyklus beeinflusst die Qualität des Mosts.
Zum Beispiel:
- Eine Weinlese bei zunehmendem Mond wäre günstig für aromatischere Weine
- Die abnehmende Mondphase eignet sich besonders für stabilere und strukturiertere Weine.
- Der Vollmond hingegen wird für die Lese gemieden, aber für andere Tätigkeiten im Weinkeller genutzt.
Wenn man sich heute in Italien an diese Anweisungen hält, erzielt man einen hervorragenden Weinbau und eine hohe Weinqualität, die zu den besten der Welt zählt.