Venedig - Venezia
Die traumhafte Lagunenstadt Venedig
Venedig – wie Venedig erbaut wurde und wie es heute steht
Das „Serenissima“ Venedig und sein großes Geheimnis, nämlich: Wie wurde Venedig erbaut? Eine Frage, die sich von Generation zu Generation wiederholt. Man muss wissen, dass es auf Holzpfählen errichtet wurde. Holzpfähle, die auch heute noch das Gewicht von Millionen von Touristen tragen, die jedes Jahr gemächlich durch seine Gassen schlendern.
Tatsächlich ist Venedig eine der faszinierendsten Städte der Welt, und wer sie besucht oder auf Fotos betrachtet, bleibt immer mit diesem Fragezeichen zurück. Eine einzigartige Stadt, die auf einer Lagune steht. Die Antwort ist fast unwirklich, ja, ihr werdet es kaum glauben. Es scheint fast unmöglich, aber es ist eine Stadt, die vollständig auf dem Wasser erbaut wurde und seit über tausend Jahren standhält, ohne zu versinken. Eine komplizierte Bautechnik, die für die Zeit der Gründung Venedigs als bahnbrechend anzusehen ist. Es handelt sich um eine geniale Kombination aus: Natur, Gewicht, der Erforschung der Lagune und des Meeresbodens, verbunden mit einer einzigartigen architektonischen Technik, die viel, viel Geduld erfordert.
Ihre Fundamente liegen nicht auf festem Boden, sondern vollständig auf Holzpfählen.
Das geheime Fundament: Millionen von Holzstämmen
Wenn wir an ein Haus denken, stellen wir uns vor oder sind davon überzeugt, dass es ein Fundament aus Beton gibt. Diese Regel gilt jedoch nicht für die wunderschöne Lagunenstadt, in der sich alle Besucher fragen: Wie wurde Venedig erbaut? Wie hält es sich über Wasser? Schwimmt es vielleicht wie eine Boje auf hoher See?
Die ersten Zeugnisse der Errichtung stammen aus dem Jahr 400 n. Chr., als die Bewohner des Hinterlands auf die kleinen Inseln der Lagune flohen, um der Wut der Barbaren zu entkommen. Um die Flucht jedoch zu beschleunigen, begann man, Pfähle in den schlammigen Meeresboden zu rammen.
Diese Pfähle, vor allem aus Eiche, Erle und Lärche, wurden mit regelrechten Hammerschlägen gewaltsam in den Schlamm gerammt, bis sie die festen Schichten des Untergrunds erreichten. Was fiel schon damals auf? Zum einen trat ein „Treibsand“-Effekt auf, das heißt, der Pfahl wurde buchstäblich in den Boden gesaugt. Das zweite Merkmal waren die Strömungen der Lagune, die weiteren schlammigen Boden an die Pfahlbasis transportierten. Die Pfähle wurden nicht „zufällig“ gesetzt, sondern dicht und strategisch angeordnet, wodurch auch im oberen Bereich eine Stützkraft entstand. Dies schuf eine stabile Basis an der Wasseroberfläche.
Außerdem verrottet das Holz, das ständig im Brackwasser der Lagune steht – bestehend aus Meerwasser und Süßwasser der hier mündenden Flüsse – nicht so leicht.
Das wahre Geheimnis Venedigs, das auf dem Wasser erbaut wurde, lautet: Wie hält es sich? Die Pfähle bilden das Fundament, das haben wir festgestellt, aber es bedarf auch einer Auflagefläche – wo sollen wir sonst die Häuser, Plätze und Straßen unterbringen? Auf den Pfählen wurden Platten aus istrischem Stein verlegt, einem Material, das gegen Salzwasser beständig ist. Die Befestigung beruht dann gerade auf dem enormen Gewicht dieser Platten. Wenn man darüber nachdenkt, ist diese Konstruktion unglaublich, denn sie basiert allein auf dem Gleichgewicht, das durch das Gewicht der Materialien und später der Stadt selbst entsteht.
Das Gewicht der Gebäude verteilt sich auf diesen „untergetauchten Pfahlwald“, der wiederum auf dem schlammigen Boden der Lagune ruht. Achtung, das bedeutet, dass Venedig nicht schwimmt, sondern auf einem Steinteppich ruht, der sich wie ein Trampolin an eventuelle Bewegungen der Pfähle anpasst.
Tatsächlich passen sich die Häuser in Venedig, ebenso wie die Straßen und Brücken, den natürlichen Bewegungen des Steins und der Pfähle an, ohne dass dabei Risse oder Schäden an den Bauwerken entstehen. Es handelt sich also nicht um ein Schwimmen, sondern um echtes Bauen auf dem Wasser.