Prominente in der Toskana
Die Toskana hat eine seltene Eigenschaft: Sie ist gleichzeitig ein internationales Reiseziel und ein Ort, der tief mit dem Alltag verbunden ist. Hügel, historische Villen, Weinberge, Kunststädte und Dörfer ziehen seit Jahrzehnten amerikanische Prominente, Schauspieler, Regisseure, Musiker, Modedesigner und Unternehmer an, von denen viele sich entschieden haben, längere Zeit dort zu verbringen oder eine Immobilie zu erwerben.
Das ist nicht nur ein zeitgenössischer Trend. Die Geschichte der Ausländer, die sich in diese Region verliebt haben, beginnt lange vor Hollywood und den sozialen Netzwerken.
Sting und Il Palagio: Die toskanische Landschaft als Zuhause
Eines der bekanntesten Beispiele unter den Prominenten, die sich in diese Region verliebt haben, ist Sting, der zusammen mit seiner Frau Trudie Styler das Chianti-Gebiet für sein Privat- und Landleben gewählt hat. Ihr Anwesen, Il Palagio, ist auch für die Produktion von Wein und Öl berühmt geworden.
Das Beispiel ist interessant, weil es verdeutlicht, was viele internationale Persönlichkeiten anzieht: nicht nur eine prestigeträchtige Villa, sondern die Möglichkeit, eine Erfahrung zu machen, die mit dem Land, der Küche und den Rhythmen des Landlebens in einer anderen Kultur verbunden ist – einer Kultur, die dennoch einladend, herzlich und bewegend ist.
Schriftsteller und historische Persönlichkeiten in der Toskana
Lange vor den heutigen Prominenten waren es Schriftsteller, Künstler und Reisende der Grand Tour, die der internationalen Öffentlichkeit von der Toskana berichteten.
Stendhal trug dazu bei, Florenz zu einem unverzichtbaren Reiseziel für europäische Reisende zu machen. Die Beziehung zwischen dem ausländischen Besucher und der florentinischen Kunst wurde so intensiv, dass sie mit dem berühmten „Stendhal-Syndrom“ in Verbindung gebracht wurde – einem modernen Begriff, der sich auf emotionale Reaktionen angesichts der großen Konzentration an Kunstwerken in der Stadt bezieht.
Auch Goethe bereiste Italien und schilderte in seinem berühmten Reisebericht seine Eindrücke von der Landschaft und den italienischen Städten. Seine Reise gehört zur Blütezeit der Grand Tour, als Aristokraten und Intellektuelle aus Nordeuropa Italien durchquerten, um ihre kulturelle Bildung zu vervollständigen.
Die Versilia ist in besonderer Weise mit der Geschichte der englischen Literatur verbunden. Lord Byron und Percy Bysshe Shelley lebten und verweilten während ihres Aufenthalts in Italien in dieser Gegend. Für Literaturliebhaber bedeutet das Aufspüren ihrer Spuren eine Reise zwischen Villen, Küstenorten und Landschaften, die das künstlerische Schaffen jener Zeit prägten.
Shelley ist zudem eng mit der Gegend um Lerici und der ligurischen Küste verbunden.
Diese Region zog zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert zahlreiche angloamerikanische Schriftsteller an. Henry James schilderte Italien in Romanen und Reisebeschreibungen, während Edith Wharton eine besondere Beziehung zum architektonischen und kulturellen Erbe Italiens entwickelte.
D. H. Lawrence hingegen war ein großer Beobachter der italienischen Landschaft und des italienischen Lebens. Seine Erfahrungen helfen zu verstehen, inwieweit Italien schon damals von Ausländern nicht nur als Freilichtmuseum, sondern als Ort zum Leben wahrgenommen wurde.
Heute kann man nicht nur den Spuren von Schriftstellern, Künstlern und Hollywood-Stars folgen, sondern ihnen auch direkt begegnen. Viele Menschen haben Sting „gesichtet“, aber auch andere bedeutende Namen der Musikszene.
So setzt die Toskana eine Geschichte fort, die vor Jahrhunderten begann! Ein Ort, den man besuchen sollte, aber vor allem ein Ort, an dem viele Ausländer bleiben und leben wollten.